Bach na fahrer

Die Da-Bach-Na-Fahrt heute

Jedes Jahr fahren 40 geschmückte Holzzuber in Schramberg „da Bach na“. Drei Wochen vorher erhielten die 80 Fahrer bei der Zuberausgabe einen echten Brühzuber aus Holz, der dann in liebevoller Arbeit, passend zu einem selbst gewählten Motto, gebaut wurde. Die meisten Zuber werden von der Narrenzunft zur Verfügung gestellt.

Die 40 Zuberteams bauen aus Dachlatten, Kartons und Pappmaché ihren Aufbau um den Zuber herum, der einigermaßen schwimmfähig sein sollte. Viele helfen auch mit alten Kanistern und Autoschläuchen nach, da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Jeder Zuberkapitän schwört da auf seine Methode, denn Schwerpunkt und Gewichtsverteilung spielen beim Zuberbauen eine große Rolle. Erfahrene Kapitäne tun sich da deutlich leichter als Newcomer, denn vorher testen kann man den Zuber nicht. Entweder man geht baden oder man kommt einigermaßen trocken ins Ziel. Die waghalsigen Frauen und Männer versuchen dann sich mit halsbrecherisch anmutenden Kunststücken über Wasser zu halten.

Die Schlüsselstelle ist der "Rossgumpen". Wo früher Rösser getränkt und gewaschen wurden, tummeln sich am Fansetsmontag auf zwei großen Tribünen hunderte Menschen. Hier erwartet jeder ein besonderes Kunststück von den Fahrern. Zumindestens stehend sollte ein echter Kanalfahrer den Roßgumpen bezwingen. Egal wie auch immer, das Publikum bejubelt die mutigen Fahrer mit großer Begeisterung. Fällt einer ins Wasser, brüllen die Zuschauer "Patsch nass", ein trockener Fahrer wird mit "Furz trocka" gefeiert und zwischendurch rufen die Narren "Kanal Voll" oder "Narri Narro". Beim Sturz in das oft nur zwei bis drei Grad kalte Wasser ist aber noch nie etwas passiert. Eine Studie von zwei ortsansässigen Ärzten zeigte sogar, dass die Bach-Na-Fahrer relativ selten krank werden, worauf die "harten Jungs" (und Mädels) auch mächtig stolz sind.

Nach wenigen Minuten ist dann die Fahrt für das Zuberteam vorbei. Je nach Wasserstand benötigt man für die 500 Meter lange Strecke zwischen 7 und 12 Minuten. Es gibt aber auch Kanalfahrer, die gleich am Start ins Wasser fallen und dann 20 Minuten lang ins Ziel schwimmen. Aber bisher ist immer noch jeder im Ziel angekommen.

Feuerwehr und THW sichern die Strecke und stehen den Kanalfahrern helfend zur Seite. Der städtische Bauhof installiert verschiedene Aufbauten im Bach. Überhaupt arbeitet für die Bach-Na-Fahrt jeder Hand in Hand. Die meisten Stauungen und Tribünen werden von den Fahrern in Eigenregie gebaut. Hierzu treffen sich alle zur Pflichveranstaltung, dem Tribünenbau einen Woche vor der Fasnet.

Dieses weit über die Grenzen unserer Heimat hinaus bekannte Spektakel ist aus der Schramberger Fasnet nicht mehr wegzudenken.

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